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Russland/Skandinavien/Polen/Baltikum 2013

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Alles ist gut, was gut endet.
russisches Sprichwort

Donnerstag, 11.7.2013
Es wird so ziemlich überall gebaut in und um Moskau, also stehen wir zum Urlaubsstart erst einmal über 2 Stunden im Stau. Dann aber rollen wir auf Landstraßen ungehindert 500 km nach Norden - meist durch Wiesen, Wälder, Sümpfe und kleine Ortschaften, die fast an Geistersiedlungen erinnern. Einige Häuschen sind schon total zerfallen, nur wenige werden noch bewohnt. Wir beobachten Frauen, die mit Eimern das Wasser von den Pumpen an der Straße holen, Frauen, die ihre Kühe heim treiben und alte Männer, die schwere Milchkannen auf Sackkarren transportieren. An der Straße kommen uns oft Leute zu Fuß mit schweren Taschen entgegen, die sicher in einem der Nachbarorte einkaufen waren.
Einmal führt uns das GPS auf eine ausgewaschene Piste durch den Wald, die wir selbst mit unserem Allrader nur zur Hälfte bewältigen. Dann muss Andreas doch den Rückwärtsgang einlegen und findet zum Glück schnell eine Wendemöglichkeit (in 20 Zügen). Wir sind froh, das Ganze so gut überstanden zu haben, ohne Aussteigen zu müssen, denn draußen umschwirren uns jede Menge riesiger blutrünstiger Insekten, holpern zurück auf die befestigte Straße und achten ab jetzt darauf, Nebenstraßen zu meiden.
Nach einigen Stunden Fahrt beginnen unsere Bäuche immer heftiger zu knurren. Einkehrstuben, die wir unterwegs sehen, scheinen aber schon lange geschlossen zu sein. Also gibt's Supermarktfutter. Gegen 21 Uhr sehen wir in Wesjegonsk das erste Gostiniza-Schild: 500m nach rechts. Mit solch abgelegenen Unterkünften haben wir schlechte Erfahrungen gemacht.
Dann entdecken wir aber auf dem GPS einen großen See - vielleicht ist die Gostiniza ja genau dort? Tatsächlich - mitten in einem Birkenwäldchen direkt am See finden wir unsere heutige Unterkunft. Wir entscheiden uns für die günstige Zimmervariante. Für 1500 Rubel (knapp 40 €) haben wir das Bad genau gegenüber auf dem Flur. Es ist alles superordentlich und sauber. Wir setzen uns noch mit einem kühlen Bier ans Seeufer und genießen die herrliche Stille. Wir sind schon so weit im Norden, dass es gar nicht richtig dunkel wird - dafür aber kühl; also beenden wir unseren ersten Urlaubstag.
 
Freitag, 12.7.2013
Wir folgen einer bemerkenswert guten Hauptstraße weiter nach Norden. Die Landschaft bleibt immer gleich - auffallend sind viele Straßenverkäufer, die verschiedene frisch gesammelte Beeren und Pilze anbieten.
Den Ladoga-See umfahren wir leider, um die kürzeste Strecke nach Murmansk nehmen zu können. Je weiter wir kommen, desto interessanter wird die Landschaft; es kommen Seen, Flüsse und Felsen hinzu. Gegen Abend fahren wir in Medweschjegorsk eine supernoble Hotelanlage mitten im Wald am See an; ich will eigentlich gleich wieder umkehren, aber Andreas besteht darauf, dass wir nachfragen. Es sind noch einige Bungalows frei, die nicht in unserer Preisklasse liegen.
Als ich nach günstigeren Zimmern frage, bietet uns die Administratia spontan eine Angestelltenunterkunft an - ein Doppelzimmer in einem Gemeinschaftshäuschen mit benachbarter Toilette. Das Ganze soll uns 1400 Rubel (ca. 35 €) kosten. Natürlich greifen wir sofort zu, gönnen uns an der Bar zwei kühle Bier für je 100 Rubel (2,50 €), schnappen dann unsere schöne blaue Kühltasche und haben bei heller Mitternacht ein herrliches Abendpicknick direkt am See.
 
Samstag, 13.7.2013
Es führen uns weiter erstaunlich gute Straßen durch Karelien. Andreas' spontaner Kommentar ist: Geile Landschaft! Zwar gibt es einige große Baustellen, aber ansonsten haben wir einen fantastischen Blick auf Wälder und Berge, Seen und Flüsse, dazwischen immer wieder einige Sumpfgebiete. Auffallend ist, dass die Bäume je nördlicher wir kommen eine immer niedrigere Wuchshöhe haben.
Ein Abstecher nach Segjescha führt uns in eine Kleinstadt, die noch sehr an Sowjetzeiten erinnert: typische kleine Holzhäuschen, ein Kulturhaus, ein Einkaufszentrum - sonst nichts. Die Abstände der Tankstellen werden inzwischen grenzwertig - es hat gerade noch so gereicht!
In Kandalakscha finden wir die Gostiniza "Bjelomorje". Auch dieses Gebäude wirkt auf den ersten Blick wie ein Sowjetbau, der gerade am Verfallen ist. Er wird aber gerade restauriert - die Fenster sind neu und an der Empfangshalle wird gearbeitet. Ich bin begeistert. Inklusive Frühstück bezahlen wir 1700 Rubel (reichlich 40 €). Nachdem wir aufwärts den Lift genommen haben, entscheiden wir uns für den Weg nach unten aber doch lieber für die Treppe.
Nach einer kleinen Rundtour durch den Ort versuchen wir noch etwas zum Futtern aufzutreiben. Ein kleines Restaurant ist gerade mit einer privaten Hochzeitsfeier belegt, in einem nobleren Restaurant am Ende des Ortes stehen alle Zeichen auf Ballnacht - da sind wir also auch nicht richtig - und in der Bar gleich neben unserm Hotel dröhnt die Musik so laut, dass ich gleich wieder die Flucht ergreifen muss. Also gibt es in unserem Zimmer ein leckeres Abendessen aus der guten alten blauen Kühltasche.
 
Sonntag, 14.7.2013
Eine supernette Frühstücksoma kümmert sich um uns. So machen wir uns gut gestärkt wieder auf den Weg und fahren weiter durch faszinierende Landschaften - die Bäume werden immer kleiner, bald sehen wir vorwiegend moosbewachsene Felsen, große Seen und Flüsse.
Dann folgt die deprimierendste Stadt, die ich je gesehen habe - Monchegorsk! Eine Industrieanlage pafft schwarze Wolken in die Luft, die sich am Himmel zu einer dicken schwarzen Schicht vereinigen. Die Landschaft rings herum ist tot. Wir schalten schnell auf Umluft und wagen trotzdem kaum zu atmen. Es kratzt im Hals und die Augen tränen - nur langsam erholt sich die Landschaft in der Gegend wieder.
Der Abstecher nach Murmansk lohnt sich kaum. Wir sehen einen Industriehafen und die große Aljoscha-Figur auf dem Berg. Insgesamt wirkt die Stadt an vielen Stellen wie eine Miniausgabe von Moskau.
Kurz vor der norwegischen Grenze kommen wir in ein Bergbaugebiet und hier kommen wir noch einmal durch eine solch schaurige Industriestadt; eigentlich wollten wir auf der russischen Seite noch einmal billig tanken, aber hier werden wir nicht aus dem Auto steigen - schnell weg!! Norwegen lockt mit grünen Bergen! Die russischen Grenzer erkennen sofort unser Diplomatenauto, freuen sich über einen kurzen Smalltalk und beeilen sich sehr, die nötige Bürokratie zu erledigen. (Wir brauchen auf der russischen Seite etwa 10 Minuten; Andreas hatte im Internet gelesen, dass eine "normale" Abfertigung um die 2 Stunden dauert.) Die norwegischen Grenzer halten vorsichtig Abstand und wissen nicht so richtig, was sie mit uns anfangen sollen. Von weitem werfen sie verstohlene Blicke in unser Auto und schrecken zurück, als Andreas die Türen öffnet, um es leichter zu machen. Sie lassen sich die Bedeutung der roten Nummer erklären und uns dann schnell weiter fahren. Wir sind froh, dass keinen unser Biervorrat interessiert hat und kaufen im Dutyfree noch eine Flasche Gin für Andreas.
 
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