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Maria Montessori (bei wikipedia)

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Kinder sind anders

Unter Erziehung versteht die Autorin grundsätzlich auch die Selbsterziehung des Erziehers zu Selbstdisziplin und Toleranz und die strikte Achtung der kindlichen Persönlichkeit. Mangelnde Selbstdisziplin, Herrschsucht und die Unfähigkeit, sich in die Gedankenwelt des Kindes hinein zu versetzen, führen ihrer Meinung nach auch bei normalen Kindern trotz "liebevoller" Erziehung zu Launen, Ungehorsam und Lügen. Sie appelliert darum an die Eltern, ihr Kind in seiner Einmaligkeit als Mensch ernst zu nehmen, es nicht als Werkzeug ihres Willens zu missbrauchen und vor allem auf seinen Selbstbildungstrieb zu vertrauen.
 

Leseprobe

Auch möchte ich hier einen anderen Punkt berühren und auf die Tatsache hinweisen, dass in uns allen, obzwar wir das Kind innig lieben, ein Instinkt lebendig ist, der uns vom ersten Augenblick, da das Kind in unser Leben tritt, in eine Art Abwehrhaltung ihm gegenüber drängt. Es scheint nicht nur ein Abwehrinstinkt, sondern auch ein Instinkt des Geizes, der bewirkt, dass wir alle Dinge unseres Besitzes vor dem Kind beschützen, und wären es selbst die wertlosesten. Da ist etwa die armselige kleine Matratze, die den Körper des Neugeborenen aufnehmen soll. Damit sie nur ja nicht zu Schaden komme, legen wir schleunigst ein Gummituch darüber und lassen es geschehen, dass der Körper des Kindes unter den Folgen leidet.
Wenn die Stimme der ewigen Gerechtigkeit uns fragt: "Und was habt ihr vorbereitet, um das kostbare Geschöpf zu empfangen, das ich euch anvertraut habe?" - was hätten wir zu antworten?
"Wir haben Kleidungsstücke vorbereitet, die für das Kind eine Qual sind, und diese jämmerliche Matratze, die wir mit solchem Eifer verteidigen."
Immer wird sich die Seele des Erwachsenen fortan auf diese selbe Weise äußern: pass auf, dass das Kind nicht etwas verderbe, etwas beschmutze, uns auf irgendeine Weise belästige. Wir verteidigen uns, das ist es. Wir verteidigen uns gegen das Kind...

...Die ganze Verkehrtheit unseres Verhaltens ergibt sich aus einem Vergleich zwischen der Pflege, die der Mutter, und der, die dem Neugeborenen zuteil wird. Man braucht sich nur vorzustellen, was aus der Mutter würde, wenn man mit ihr ebenso umgehen würde wie mit dem Kind.
Die Mutter bleibt still in ihrem Bett liegen. Das Neugeborene wird sofort weggetragen, damit seine Gegenwart nicht störe, und wird nur dann wieder hergetragen, wenn es trinken soll. Auf diesen Reisen bleiben dem Kind Stöße und Püffe nicht erspart, und es muss sich schön anziehen lassen. Dies bedeutet soviel, als wollte man die Mutter nötigen, sofort nach der Geburt aufzustehen, sich elegant zu kleiden und an einem Empfang teilzunehmen.

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