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Vilnius 2014

Du kannst den Leuten den Mund nicht verstopfen.
litauisches
Sprichwort

23.4.2014
Wir haben höchstens vier Tage Zeit für die Rückfahrt nach Moskau. Der Weg über Weißrussland scheidet aus, weil wir nur ein einmaliges Visum hatten, also fahren wir wieder durch Polen und das Baltikum, wollen uns diesmal aber die litauische Hauptstadt ansehen. Dort waren wir noch nicht. Um gut vorwärts zu kommen, nehmen wir in Polen wieder die Mautzahlungen in Kauf und kommen so zügig bis Warschau. Hier spielt unser GPS verrückt, weil es die neu gebauten Umgehungsstraßen noch nicht kennt. Leider ist auch die Ausschilderung genau dort, wo wir es gebraucht hätten, eher dürftig, so dass wir auf einer Straße quer durch die Stadt landen die noch dazu in einem Baustellenchaos steckt. Dafür geht aber insgesamt doch alles recht zügig und wir suchen uns noch vor dem Dunkelwerden eine Übernachtung. Obwohl das Hotel eher unscheinbar am Straßenrand liegt, ist es gut eingerichtet, die Zimmer sind sauber, die Leute sehr aufmerksam und freundlich, das Essen ist reichlich und lecker. Unser Eindruck der letzten Polentour wird bestätigt und ist rundum positiv. Per kostenloser Wifi-Verbindung können wir auch gleich noch unser Hotel in Vilnius buchen. Für 42 € bekommen wir ein Doppelzimmer mitten in der Altstadt.
 
24.4.2014
Nach einem einfachen aber guten Frühstück mit Rührei, Brot, Butter, Käse und Marmelade fahren wir zielgerichtet nach Vilnius, finden unser Hotel auch sofort und stellen fest, dass wir wieder ein Superschnäppchen gelandet haben, denn bei Vorortbuchung hätten wir 96 € für unser Zimmer bezahlen müssen. Außerdem waren viele Hotels schon ausgebucht. So sind wir noch dazu froh, nicht lange suchen zu müssen. Der Check-in geht schnell, wir bekommen noch einen Stadtplan mit kurzer Erklärung, können uns also gleich auf den Weg machen - und Vilnius ist so schön! Es macht uns Spaß durch die Straßen zu bummeln, den Straßenmusikern zuzuhören, die Freundlichkeit und Ausgeglichenheit der Menschen zu erleben. Die Häuser sind schön restauriert, auch wenn dies oft nur den vorderen Bereich betrifft. Viele der Hinterhöfe sind doch noch tüchtig zerfallen. An der Burg gehen wir vorbei, haben heute keine Lust, dort hinauf zu kraxeln. Auf einem großen Platz im Zentrum setzen wir uns in die Sonne. Einige Jugendliche musizieren mit Trommeln und Akkordeon. Ich bin ehrlich überrascht, dass mir diese Kombination wirklich gefällt. Mit einem herrlichen Wohlfühlgefühl spazieren wir weiter.
Dass das Schloss-Museum inzwischen geschlossen ist (es ist kurz nach 18.00 Uhr) stört uns nicht, wir schauen uns schnell noch den Innenhof an, sind dann aber eher schockiert über die riesige Kathedrale St. Stanislaus, die einem antiken Tempel nachempfunden zu sein scheint - für unseren Geschmack ist das absolut dekadent, gefällt uns nicht. Auf dem Bummel die große Hauptstraße, den Gedimino-Prospekt, hinunter könnten wir so langsam eine Stärkung vertragen.
Italienische Restaurants sind massig im Angebot - das wollen wir nun gerade nicht, McDonalds erst recht nicht, also müssen wir noch tapfer durchhalten. Das stilistisch sehr interessante Parlamentsgebäude am Ende der Straße wird von modernen Hochhäusern flankiert, was eine durchaus beeindruckende Kulisse ergibt - und es stört niemanden, dass ich fotografiere.
Auf der Brücke über die Neris beschließen wir, uns die Besichtigung der nächsten Kirche zu sparen und kehren wieder um - jetzt treibt der Hunger! In einem gemütlichen Gartenrestaurant gibt es indische Küche, die wir ja mögen; als wir aber feststellen, dass nur vegetarische Gerichte auf der Karte stehen, entscheiden wir uns doch lieber weiter zu ziehen - am Präsidentenpalast vorbei durch einige enge Gassen hindurch, bis wir letztendlich in der Nähe unseres Hotels so einkehren, wie wir es ursprünglich wollten, in einem Restaurant mit Litauischer Küche.
Ich habe mit Pilzsuppe und Hähnchenkoteletts mit Kartoffelbrei mehr Glück als Andreas, dessen Sauerkrautsuppe zwar recht gut ist, das Schweinesteak aber weniger; auch die Pommes Frites sind nicht wirklich lecker. Als landestypisches Gericht haben wir noch einen gekochten Zeppelin bestellt (gebratene sind leider heute gerade nicht im Angebot): ein mit Hackfleisch gefüllter Kartoffelkloß serviert mit saurer Sahne ist aber auch nicht unser Geschmack, Wir sind trotzdem beide satt und genießen den weiteren abendlichen Bummel durch die Altstadt, an deren Häuserfronten wir immer wieder liebenswerte Kleinigkeiten entdecken. Ich bin insgesamt begeistert von der Stadt, mag das Flair und wir sind uns einig, dass wir hier noch einmal herkommen können - vielleicht sind ja dann auch all die kleinen Dreckecken beseitigt und vielleicht ist ja dann alles noch ein bisschen schöner.
 
25.4.2014
Nach einer eher unruhigen Nacht aber gutem Frühstück drehen wir noch eine kleine Runde durch Vilnius und können uns zum Glück auf die Ausschilderung verlassen, bevor dann auch das GPS aufwacht. Die Schnellstraße ist einspurig, fährt sich aber gut - im Gegensatz zur lettischen Seite. Hier erwarten uns Buckelpisten, die wir mit unserem geländegängigen Allrader und der roten Nummer dennoch mit einigen mehr als erlaubten Stundenkilometern überfliegen. Den Grenzübergang kennen wir schon - hier haben wir vor fast 3 Jahren 19 Stunden gewartet, und das lassen wir uns jetzt anmerken: wir fahren an die erste Schranke vor, die uns nach kurzem Blick auf die Dienstpässe sofort geöffnet wird. Auch die zweite lettische Beamtin ist äußerst nett, sie lässt uns schnell weiter fahren. Nun kommt die russische Seite - hier haben wir uns 2011 zum Schlafen nieder gelegt, weil wir dauerhaft ignoriert worden sind. Ein Zöllner will in unser Auto schauen, Andreas sagt mit vollstem inneren Genuss: "NEIN!" Das hat der Mann noch nie erlebt, ist völlig schockiert und diskutiert ausgiebig mit seiner Kollegin darüber, während die unsere Pässe kontrolliert. Wir beschließen um des lieben Friedens willen, dem Mann einen Blick in unser Auto zu gestatten. Damit scheint seine Ehre gerettet. Und nach 20 Minuten können wir in Russland einreisen. Eine kleine Verzögerung gibt es allerdings noch - die Beamtin an der letzten Schranke bittet mich kurz zu warten, sie hätte ein Frage. Daraufhin kommt sie aus ihrer Hütte gesprungen und bittet mich ganz aufgeregt, ihr für einige russische Redewendungen, wie "Fahren Sie geradeaus!", "Zeigen Sie ihren Pass an diesem Fenster vor!" ins englische zu übersetzen. Sie wiederholt gewissenhaft ihre neu gelernten Vokabeln, bedankt sich ganz herzlich und wünscht uns eine gute Fahrt.
Auf der russischen Seite sind wir positiv überrascht über den Zustand der Straßen. Als wir im letzten Jahr hier entlang fuhren, mussten wir uns durch eine unendliche Folge von Baustellen kämpfen und die sind verschwunden, fast alle Straßen sind fertig und so ändern wir kurzerhand den Plan und beschließen heute noch bis nach Moskau durchzufahren. Bei der Ankunft gegen 22.00 Uhr ist es natürlich dunkel und hier bewundere ich Andreas' Coolness - die gesamte Einfahrt in die Stadt ist eine einzige Baustelle ohne Fahrbahnmarkierungen. Als die dann endlich beginnen, sind sie dreispurig gezeichnet, reichen jedoch von der Breite her nur für 2 Fahrzeuge. Je weiter wir nach Moskau hinein kommen, desto extremer wird das Fahrverhalten. Andreas versteht, warum ich es ablehne hier zu fahren, während ich mir die Augen zu halte und mich bemühe nur leise zu schreien. Es ist einfach unbeschreiblich - aber wir kommen gut in unserer Wohnung an!!
 

 

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